Vergangenheit

Eine kleine Auswahl von unseren Beiträgen, auf die wir durchaus stolz sind:


 

Schlacht um die Eifelvulkane

11.11.14, ZDF Frontal21 

Streit um die Vulkane
Streit um die Vulkane

Pro Jahr verschwindet ein Berg, sechs Berge sind schon vollständig in der Vulkaneifel abgebaut, berichtet Hans-Peter Felten vom Naturschutzbund Deutschland eV. Außergewöhnliche Filmaufnahmen von Drohnen dokumentieren eindrucksvoll die Zerstörung der Landschaft. Nun sollen noch mehr Berge in der Vulkaneifel zu Baumaterial verwertet werden.

Alle zehn Jahre, so sieht es das Gesetz vor, soll der Raumordnungsplan überarbeitet werden. Die Regionale Planungsgruppe Trier, die für die Vulkaneifel zuständig ist, hatte diesen Termin um mehr als 20 Jahre verschlafen. Doch die Rohstoffindustrie brauchte langfristig politische Planungssicherheit und machte Druck. Mit der Konsequenz, dass ihr mehr Abbauflächen durch die Planung zur Verfügung gestellt wurde, als sie benötigte: Waren 1985 rund 400 Hektar geplant und genehmigt, sieht der neue Raumordnungsplan für die Vulkaneifel mehr als 2.000 Hektar Rohstoffabbaufläche vor, fünf Mal so viel.

Damit zerstört der Rohstoffabbau langfristig, genau das, was in der Eifel Grundlage für ein kleines Wirtschaftswunder war: Die unberührte, urwüchsige Natur. Jahr für Jahr kamen immer mehr Menschen in die Eifel, um diese außergewöhnliche Natur zu genießen. 4.000 Vollzeit- und knapp 10.000 Teilzeitstellen im größten Wirtschaftszweig, dem naturnahen Tourismus, sind bedroht, weil die Politik einem der kleinsten Wirtschaftszweige, der Rohstoffindustrie mit 350 Mitarbeitern, den planerischen Vorrang einräumte. Dagegen gehen die Bürger auf die Barrikaden.

 


 

Grüne gegen Grüne

 22.10.2013, ZDF Frontal21

Gruene gegen Gruene Windkraft
Gruene gegen Gruene Windkraft

Im Herbst 2013 gingen rund 20 Bürgerinitiativen in Simmern - Hunsrück - auf die Straße und demonstrierten gegen den unkontrollierten Ausbau der Windenergie durch den „grünen“ Teil der Landesregierung von Rheinland-Pfalz. Dabei waren vor allem Mitglieder der grünen Basis. Ein Novum, zum ersten Mal mussten die Grünen, die sich basisdemokratisch geben und sich in einer besonderen Nähe zum Bürger wähnen, Bürger-Demonstrationen auch noch mit der eigenen Basis gegen ihre Politik ansehen.

         Der „grüne“ Teil der Landesregierung will unbedingt Klassenbester bei der Energiewende werden und bereits 2030 das Land vollständig durch regenerative Energie versorgen. Deshalb machen sie Druck bei der Aufstellung von Windrädern auch in geschützten Landschaften des Landes. Mit Zuckerbrot, wer mitmacht kassiert gewaltige Gewinne, und Peitsche, wer keine Windräder plant, dem werden beliebig viele Windmonster in der Gemeinde installiert, wurden die Verbandsgemeinden zur Ausweisung von Vorranggebieten Windenergie „gezwungen“.

         Im Hunsrück kann man heute schon die gewaltige Zerstörung unberührter Natur durch großflächige Windparks sehen. Die Naturschutzgesetze, die die Grünen einst mitgestaltet und verschärft hatten, „treten sie heute mit Füßen“, ist Peter Kühbach, Mitglied der Grünen, über seine Parteioberen sauer. „Die Grünen sind nicht mehr die Bewahrer der Natur, sondern deren Zerstören“, meint ein anderer Grüner in der Demonstration, dessen Name nicht mit aufgezeichnet wurde.

 


 

 Geheime Versicherungsdatei HIS

16.5.2011 ZDF Frontal21

 Erstveröffentlichung

HIS registriert alles
HIS registriert alles

Berlin, Alexanderplatz: Plötzlich bremste der Wagen vor Ralf Schmidtke. Er konnte auch bremsen, doch das Fahrzeug hinter ihm nicht. Es fuhr hinten rechts auf. „Die Schuldfrage war klar“, erzählt Ralf Schmidtke, „damit war auch klar, dass die gegnerische Versicherung den Schaden vollständig zu bezahlen hat.“ Doch die Versicherung zog 600 Euro ab. Auf Nachfrage erklärte die Versicherung, der Wagen hätte einen Vorschaden und den hätten sie bei der Schadensbewertung abgezogen.

         Stimmte nicht, aber woher wollen die Versicherungen so etwas wissen? Seit 1993 betreiben die Versicherungen eine geheime „Schwarze Liste“ mit Versicherten, um Versicherungsbetrug auf die Schliche zu kommen. Besser organisiert wurde sie unter dem Namen „Hinweis und Informationssystem“, kurz HIS, weiter geführt.

         Aus einer Schweizer Quelle konnten wir erstmals Ausdrucke aus dieser HID-Datei publizieren und unsere Recherchen zeigen: Es ist kein juristisch geschultes Fachpersonal sondern unter Leistungsdruck stehende Verwaltungskräfte die unqualifiziert und zum Teil wahrheitswidrige Eintragungen in diese Datei machen, die den Versicherungen viel Geld sparen, weil die nicht nachweisen müssen, wie sie zu ihren Abzügen kamen.

 


 

Diabetik Trust - Kranke im Visier von Betrügern

11.2010, ZDFreporter

 Erstveröffentlichung

Kranke betruegen
Kranke betruegen

12 Mio. Euro kassierten sie mit der Hoffnung kranken Menschen. Jeden Tag müssen Diabetiker ihr Blutzucker messen, mit einem Stich in die Haut und der Abnahme von Blut. Das bereitet den Meisten auch dann noch schmerzen, wenn sie es seit Jahren praktizieren. Ihr sehnlichster Wunsch eine kontaktfreie Blutzuckermessung.

         Dies versprach ihnen Herman B. und seine Kumpanen in aufwendigen Werbebroschüren. Und die geplagten Kranken investierten kräftig in die Linderung ihres Leids. Ich fand einen ehemaligen Mitarbeiter, der erzählte: Von Dresden sei ein Kurier mit dem Taxi nach Berlin gekommen, „mit großen McDonald-Tüten. Die waren voll mit Geld“, erinnert er sich weiter. „Einmal kam ich zufällig in B.s Zimmer. Der Ex-Mitarbeiter zeigt mit Gesten ein Quadrat von 50 mal 50 Zentimeter und die Höhe des Geldberges fast genau so hoch an. „Unten waren die 500er Scheine oben die 50er Scheine. Ich schätze 200.000 bis 250.000 Euro.“

         Aber die Planung oder der Bau eines berührungsfreien Blutzuckermessgerätes wurde zu keinem Zeitpunkt betrieben. Statt dessen habe ein Großteil seiner Arbeit darin bestanden, „die Anrufe von besorgten Anlegern abzuwimmeln“.

         Die zuständige Staatsanwaltschaft München II stellte nach Aktenlage die Ermittlungen ein. Doch ich fand Herman B. in Escapone, Spanien, in seiner Luxusvilla mit Blick auf Gibralta. Von hier aus werden die Betrügereien in Deutschland geplant und durchgeführt. Sind 10Millionen an Betrugssumme zusammen, wird das „Untenehmen“ eingestellt - denn unter 10 Millionen Euro Schaden ermittelt kaum eine Staatsanwaltschaft. Heute ist Herman B. mit einem neuen Coup aktiv - ihm kann ja nichts passieren.

  


      

 Banken rechnen falsch

13.4.2010. ZDF, FRONTAL21 

 Erstveröffentlichung 

Kontokosten nachrechnen
Kontokosten nachrechnen

Niemals zuvor haben sich die Banken so dreist an ihren Kunden unrechtmäßig bereichert, wie seit der Finanzkrise 2008. An zwei Beispielen wird gezeigt, wie Banken über Jahre die Zinsen bei variablen Darlehen falsch anpassen. Zuvor berechneten sie “nur drei oder vier Prozent zu viel Zinsen, seit Beginn der Finanzkrise kassieren sie bei den Kunden 10% und mehr zu viel Zinsen ab. Nachrechnen kann das kein Kunde.

Im Auftrag von Frontal21 errechnete der Bremer Verbraucherschützer Arno Gotschalk, dass Banken und Sparkassen von Beginn der Finanzkrise an bis zum Zeitpunkt der Sendung rund 1,2 Mrd. Euro Zinsen unrechtmäßig von der Kundenkonten einzogen.

 

Die rote Linie zeigt deutlichen den rechtswidrigen Anstieg der Zinsmarge der Banken.

Das sind keine schwarzen Schafe, die Bundesbankstatistiken zeigen, der Durchschnitt der Banken kassiert zu viel Zinsen. Ich habe einen vergleich angestellt: Zwischen dem Referenzzins (blaue Linie), der seit Beginn der Finanzkrise stark sinkt. Und dem durchschnittliche Zins für private Dispo- und Kontokorrentdarlehen (grüne Linie), die müsste parallel zu der blauen Linie unten verlaufen, wenn die Banken sich an die Rechtsprechung in diesem Lande hielten. Statt dessen gibt dieser Durchschnittszins nicht nach. Die rote Linie zeigt deutlichen die steigende Differenz und damit den rechtswidrigen Anstieg der Zinsmarge der Banken. 
Banken und Sparkassen halten sich nicht an die Regeln, des BGB, der BGH-Rechtsprechung und ihrer Selbstverpflichtung vom 1.9.2009 gegenüber dem Finanzministerium. Und die Politik bleibt untätig.

 


 

 Versteckte Rentenkürzung im Öffentlichen Dienst

26.8.2009, ZDF, Frontal21

 Erstveröffentlichung 

Mit Rechformeln betrogen
Mit Rechformeln betrogen

“Die Renten müssen reformiert werden”, wer so etwas behauptet, dem wird blind geglaubt. Mit einem solchen Einvernehmen setzten sich Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Betreiber der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst, VBL, an einen Tisch, um die Zusatzrente der Beschäftigten auf eine neue Finanzierung umzustellen.

Im blinden Glauben an eine Reform der VBL verpflichteten die Gewerkschaften den gleichen Sachverständigen, wie die öffentlichen Unternehmer. Damit ging man von vorneherein jeder Konfrontation aus dem Weg. Schließlich folgten die Tarifpartner einem Vorschlag der VBL und des Sachverständigen (so Teilnehmer) zur Reform der zusätzlichen Rentenversicherung.

Für den Übergang von der alten zur neuen Zusatzrente wurde eine Formel herangezogen, von der man damals durch Testrechungen schon wusste, dass sie Mitarbeiter unverhältnismäßig benachteiligen wird. Aber Sprache ist ein gutes Werkzeug um Sachverhallte zu verschleiern. Es setzte sich bei der Interpretation der Daten die sprachliche Version durch, die sich bei fast allen Gesprächspartnern fast Wörtlich wiederfand: Es handele sich um außergewöhnliche Lebensläufe, die sich durch eine mathematische Formel nicht abbilden lassen würden, wie beispielsweise Lehrer, die sich auf ihrem Weg zur Selbstfindung verlaufen hätten.

Auch dies eine Phrase der alle Parteien ohne Prüfung zustimmten. Erst als RA Bernhard Mathies ein Gutachten bei dem Wirtschaftmathematiker Werner Siepe in Auftrag gab, stellte sich bei dessen Nachrechnen heraus, durch die von der VBL verwendete Formel werden gezielt die zum Zeitpunkt des Systemwechsels 2001/2002 unverheirateten Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes bis zu 50 % ihrer Zusatzrente verlieren. Dagegen profitierten von der Umrechnung Großverdiener mit einem Einkommen von über 5.000 Euro, sie erhalten mehr Rente.

Die Gerichte erkannten oder wollten das Problem nicht erkennen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag das Urteil des Verfassungsgerichtes noch nicht vor.

Diese Ungerechtigkeit wollten die meisten Kirchenverbände nicht mitmachen und errechnen die Rentenansprüche ihrer Mitarbeiter nach einer einfachen und gerechten Formel.

 


 

Diätprodukte machen krank

12.5.2009 ZDF, Frontal21

In §12 der Diätverordnung wird vorgeschrieben, als Ersatz für Zucker in Diabetiker-Lebensmittel sei Fructose zu verwenden. Eine solche Verordnung schafften die meisten europäischen Länder Anfang der 90er Jahre bereits ab, als bekannt wurde, dass genau diese Fruktose zu Gesundheitsschäden führen kann.

Seit dieser Zeit weist das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) die Bundesregierung auf dieses Gesundheitsrisiko hin. Fruktose in hohen Dosen regelmäßig vereinnahmt, schädige Leber und Bauchspeicheldrüse und erzeuge damit genau die Krankheit (Diabetes), vor die sie zu schützen vorgibt.

Die Redaktion und ich fanden es an Zeit, wieder auf dieses absurde Missverhältnis hinzuweisen. Doch die Bundesregierung kündigt nur eine Überprüfung der gesetzlichen Richtlinien an.

Den Grund für die schleppende Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse sieht Silke Schwartau, von der Verbraucherzentrale Hamburg, vor allem in den überhöhten Preisen der Lebensmittelindustrie. Die lassen sich die Herstellung von diabetischen Lebensmitteln mit einem Aufschlag von 30 bis 80 % teuer bezahlen – ohne dass dies durch kostspielige Stoffe oder Herstellungsverfahren gerechtfertigt sei, so die Verbraucherzentrale.

 


 

Riester-Rente: Versicherung mit schlechter Rendite

11.11.2008 ZDF, Frontal21

 Erstveröffentlichung 

Endlich ist die Riester-Rente akzeptiert und schon einige Millionen Arbeitnehmer haben diese Zusatzversorgung fürs Alter abgeschlossen. Nun kommen Zweifel an dessen Rendiete auf.

Vor allem die privaten Versicherungen kamen ins Visir von Versicherungsmathematikern, die herausfanden, dass diese Versicherungen mit Hilfe der verwendeten Sterbetafeln die Versicherten benachteiligen. Laut Statistischem Bundesamt liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei rund 83 Jahren. Private Riesterversicherungen rechnen aber mit einer Lebenserwartung vom über 90 Jahren. Dadurch müssen sie je Monat weniger auszahlen und die Versicherten bekommen erst im Alter von über 100 Jahren die eingezahlten Beiträge wieder heraus – ohne die angesparten Zinsen gerechnet.

Für viele Verbraucher sind solche Riesterverträge ein Verlustgeschäft, wenn man sie mit normalen Sparverträgen vergleicht. Dass es auch anders geht, zeigen die kleinen Pensionskassen, die mit lebensnahen Sterberaten rechnen, deshalb fast doppelt so hohe Renten auszahlen und dennoch gut davon leben können – sie müssen auch keinen Gewinne an Aktionäre auszahlen.


 

 Angebot teurer als regulärer Preis

26.2.2008, ZDF, Frontal2 Werbebetrug:

  Erstveröffentlichung

Man kann sich immer noch ausrechnen, wann die Zeiten mit besonders günstigen Angeboten sind: Sommerschlussverkauf, Winterschlussverkauf gibt es offiziell nicht mehr, aber dennoch sind die Rituale beibehalten worden.

Vor diesem Winterschlussverkauf fotografierte ich rund 800 Preise in Elektromärkten und Möbelgeschäften. Während des Schlussverkaufs verglich ich die Preise mit den vermeintlich reduzierten Preisen an den gleichen Geräten.

Viele Vergleiche kamen nicht zustande, weil die Geräte gegen spezielle Angebotswahre mit sehr ähnlichen Bezeichnungen ausgetauscht worden waren

Bei den digitalen Fotoapparaten gab es gleich mehrere Geräte, die im Sonderangebot bis zu 100 Euro teurer waren, als Wochen zuvor im regulären Verkauf.

Auch bei der sogenannten Weißware (Waschmaschinen, Küchengeräte etc.) fand ich eine Vielzahl an Geräten, bei denen ein erhöhter Preis als Angebot ausgewiesen wurde. Die größten Preistäuschungen fand ich erwartungsgemäß im Möbelhandel, wo Sitzecken und toskanische Schränke gleich mehrere hundert Euro im Angebot teurer waren als zum regulären Preis.

 


 

Wertgutachten unrechtmäßig

15.1.2008, ZDF, Frontal21

Erstveröffentlichung

Jeder, der eine Immobilie kauft und durch ein Darlehen finanziert, dem berechnen die Banken sogenannte „Wertgutachten“, „Schätzkosten“, „Beleihungsprüfungen“ etc. Mit diesen Beurteilungen prüfen die Banken, ob die Immobilie auch das wert ist, was sie als Sicherheit in der Grundschuld eintragen lassen. Diese Gutachten bekommt der Kunde aber gar nicht in die Hand, die werden nur bankintern verwendet.

Solche Bankentgelte sind rechtswidrig, hält die Verbraucherzentrale fest: „(...) die Wertbegutachtung erfolgt im Interesse der Bausparkasse. Sie erfolgt, weil die Bausparkassen dazu gesetzlich verpflichtet sind. Diese Kosten können nicht auf Kunden abgewälzt werden“, Hartmut Strube, VZ NRW.

Das interessiert Banken und Bausparkassen offensichtlich nicht. Eine Stichprobe ergab, 5 von 6 Bausparkassen und Banken kassierten diese Entgelte weiter. Zwischen 300 und 1.000 Euro wurden jeweils als „Gebühr“ erhoben und das macht im Jahr rund 300 Millionen Euro an Zusatzeinnahmen für Banken- und Bausparkassen.

Dabei sind die Gutachten oft mangelhaft, wie die 400.000 Gutachten bei den sogenannten Schrottimmobilien belegen. Eine tatsächliche Risikoeinschätzung findet meist gar nicht statt.

Einige Zuschauer erhielten nach Hinweis auf diese Sendung von ihren Banken die bezalten Kosten sofort erstattet.

 


 

Babyfische im Verkauf 

12.6. 2007, ZDF, Frontal21

Nicht jeder Fisch darf laut EU-Verordnung gefangen und verkauft werden. Zum Schutz der Fischbestände dürfen nur erwachsene Fische „angelandet“ werden, kleinere, noch nicht geschlechtsreife Fische, müssen wieder zurück ins Meer.

Bei einem Testkauf mit der Verbraucherzentrale Hamburg stellten wir allerdings fest, dass dennoch sogenannte Babyfische sowohl als Frischware als auch als Tiefkühlkost in den Handel kommen.

Eine andere EU-Verordnung schreibt vor, dass Fischer nach einer bestimmten Anzahl von Fangtagen Netze mit kleineren Schlaufen verwenden müssen. Dadurch entsteht die absurde Situation, dass die Fischer per Verordnung gezwungen werden, mit legalen Netzen illegalen Fisch zu fangen!

Nicht jeder wirft seinen Fang dann zurück ins Meer. Lücken in den Kontrollsystemen der Häfen gibt es genug, um auch solche „verbotenen“ Fische anzulanden.


 

Versteckte Vorausprovision bei Fondssparplänen

24.4.2007, ZDF, Frontal21

 Erstveröffentlichung

Bei einem Fondssparplan werden je Transaktion bis zu 5 % Ausgabeaufschlag abgezogen. Finanzvermittler verdienen daran je Monat 4 – 10 EUR, für das Vermitteln also uninteressant.

Um Finanzvermittler mit besseren Provisionen für die Vermittlung zu locken, sollen bei Fondssparplänen die Provisionen, die über die Vertragslaufzeit, z.B. 20 Jahre, anfallen, komplett schon im ersten Jahr ausbezahlt werden: 1.200 Euro, „cash-Kralle“ für eine Beratung.

Dieses Geld holen sich die Fonds von dem Einzahler sofort wieder. Von seinen einzelnen Sparraten werden 40 bis 50 % abgezogen, um die Provisionen zu finanzieren. Das merkt der Anleger erst nach 20 Jahren, wenn seine Fonds im Vergleich zu anderen schlechter abgeschnitten haben. Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale NRW rechnete nach, dass die großen Abschläge in den ersten Jahren die Rendite extrem belasten. Solche Anlagen machten für den Verbraucher keinen Sinn.

Darüber hinaus ist dies in der Bundesrepublik nicht zulässig, weil hierzulande nicht mehr als 30 % von den Sparraten abgezogen werden dürfen. Deshalb wandern die Fonds nach Luxemburg aus, um von dort aus „das krumme Geschäft“ zu tätigen.


 

 Hausverwalter rechnen falsch

19.3.2007. ZDF, WISO

Dieter Wagner ist Diplomingenieur und kaufte sich eine Wohnung nahe Frankfurt. Als Altersversorgung, in der man heute schon wohnt. Mehr zufällig gelangte er an Einzelabrechnungen des Hausverwalters aus dem Jahr 2004. Darin fand er seltsame Positionen:

  • 31.8.04         1441 Störung Videoanlage         230,25 Euro
  • 30.9.04         1640 Einbau Kellertür                  100,83 Euro

Diese Beträge wurden auf das Privatkonto des Hausverwalters M. angewiesen. Angeblich für die erbrachten Leistungen: Beaufsichtigung von Handwerkern. Doch in dem Haus gibt es keine Videoanlage und die Kellertür wurde nicht erneuert.

Auf das Verlangen nach Einsicht, weigert sich der Hausverwalter, Unterlagen herauszugeben oder nur einsehen zu lassen, obwohl er gesetzlich dazu verpflichtet ist. Eine Kontrolle ist so nicht möglich. Vor Gericht erhielt Dieter Wagner zwar Recht, aber keine Rechtsmittel, um sein gutes Recht auch durchzusetzen.

Kein Einzelfall, ein Umfrage ergab:

  • Verwalter nimmt "zweites Honorar": bei 17%,
  • Jahresabrechnung faslch: 43 % aller Befragten

Gesetzlich hat der Hausverwalter eine starke Position und einem solchen Abkassieren durch die Hausverwalter können die betroffenen Wohnungsinhaber kaum Einhalt gebieten: Ein Fehler in der gesetzlichen Konstruktion.

 


 

Kfz-Versicherungen beraten falsch

21.10.2006, VOX, auto, motor, sport

 Erstveröffentlichung

Alle 4 Minuten geschieht ein Unfall. Meist ist die Schuldfrage klar. Die meisten Geschädigten wissen nicht, welche Rechte sie haben. Sie rufen ihre Versicherung an und erhalten Auskünfte, denen sie vertrauen.

Doch wo landet dieser Anruf tatsächlich und kann man den Auskünften der Versicherungen trauen? Ich konstruierte einen Unfall, bei dem ich ganz klar keine Schuld hatte und fragte die größten Kfz-Versicherungen um Rat:

* keiner klärte mich auf, dass unser Telefongespräch an die Versicherung des Verursachers weiter geschaltet wurde. Deren Interesse besteht in einem möglichst geringen Schaden, da sie die Kosten übernehmen muss.

  • vier Versicherungen gaben die falsche Auskunft: Ein Sachverständiger dürfe erst ab einem Schaden von über 2.500 Euro eingeschaltet werden
  • bei der Nutzung eines Mietwagens berieten die meisten richtig
  • falsch wurde auch von den meisten Versicherungen im Hinblick auf eine Reparatur durch eine Fachwerkstatt beraten

Versicherungsauskünften ist offensichtlich nicht zu trauen. Sie beraten nicht nach dem gesetzlichen Standard, sondern mit dem Ziel, der Versicherung möglichst Kosten zu ersparen.

 


 

Hausbrände durch falsch belastete Stromverteilungen

13.3.2006 ZDF, WISO

  Erstveröffentlichung

Kurzschlüsse in Elektrogeräten sind die häufigste Brandursache von Hausbränden. Meist denkt man an mangelhafte Verarbeitung der Geräte. Doch in manchen Häusern treten diese Brände gehäuft auf, weil sie nicht durch die Geräte sondern durch eine falsche Belegung der Verteilerleisten in der Stromverteilung verursacht werden.

Bei Drehstromverteilern werden viel zu häufig die einzelnen Stromphasen nicht gleichmäßig durch „Verbraucher“ belastet. Das heißt, bestimmte Phasen

werden überlastet, die erwärmen und dehnen sich aus. Werden die Elektrogeräte nicht mehr gebraucht, kühlen die Kabel wieder ab. Dieses Wechselspiel zwischen Ausdehnen und Schrumpfen lockert die Verbindungen in der Stromverteilung

Fällt ein Kabel aus der Halterung, wird über den Nullleiter der Strom abgeführt, der aber für eine Dauerbelastung gar nicht ausgelegt ist. Durch die Phasenverschiebung des Drehstroms konnten bei einem Test über 400 Volt gemessen werden, die, trotz interner Sicherungen, 5 von 6 Elektrogeräten in Brand setzten. Selbst erfahrene Elektriker unterschätzen diese Gefahr immer noch.

Gemeinsam mit Experten und einer Wärmebildkamera untersuchten wir die Stromverteilungen von Wohn- und Geschäftshäusern. In jedem 5. Haus fanden wir eine falsch belastete Stromanlage.


 

Versteckte Kosten bei Autofinanzierungen

31.10.2005 ZDF, WISO

Erstveröffentlichung

Kaum jemand kann heute noch ein Auto bar bezahlen. Die meisten müssen ihren fahrbaren Untersatz finanzieren. Um davon selbst zu profitieren, haben die Autohersteller ihre eigenen Banken gegründet und bieten spezielle Autodarlehen an.

Aber fährt der Käufer mit diesen Darlehensangeboten besser? Ich holte von 8 großen Autoproduzenten Angebote für eine Finanzierung ein und ließ sie von der Verbraucherzentrale NRW prüfen:

  • in zwei von 8 Angeboten lassen Preis, Zinssatz und Laufzeit keinen mathematischen Zusammenhang vermuten
  • bei jedem 2. Angebot wurden rechtswidrig Restschuldversicherungen etc für den Verbraucher unkenntlich untergeschoben, das bedeutet Mehrkosten von bis zu 1.255 Euro
  • die Finanzierungsangebote von 6 großen Herstellern sind schlecht, nur BMW   und Mercedes sind akzeptabel

Für die Autos wird mit günstigen Preisen geworben. Abgezockt wird der Verbraucher dann aber mit versteckten Kosten bei der Finanzierung.


 

 Unzureichende Hygiene in Krankenhäusern

27.6.2005 ZDF, WISO

 Erstveröffentlichung

Ärzte sind eine verschworene Gemeinschaft. Fehler oder Mängel ihrer Arbeit sind tabu. Gegenüber der Öffentlichkeit wir das Bild des unfehlbaren Mediziners mit allen Mitteln aufrecht erhalten.

Besonders gilt dies für Krankenhäuser, aus denen in den vergangenen Jahren zunehmend Nachrichten über typische „Krankenhauserkrankungen“ zu hören waren. Ein Grund, so die Vermutung, mangelnde Hygiene. Anlass für mich, unangemeldet Studenten zu einer Hygieneprüfung in zufällig ausgewählte Krankenhäuser zu schicken.

Ergebnis der sorgfältig genommenen Proben:

  • mit besonders vielen Keimen verschmutzt, auch mit Darmbakterien, sind die Hände und Stethoskope der Ärzte – sogar auf der Intensivstation
  • erfreulich: das Pflegepersonal desinfizierte seine Hände häufiger und sorgfältiger als die Ärzte und deren Hände waren weniger mit Keimen belastet
  • in 4 von 6 Krankenhäusern war insgesamt die Hygiene unzureichend

Obwohl es klare Vorschriften über die Hygiene in Krankenhäusern und es in jedem Krankenhaus auch einen Hygienebeauftragten gibt, werden die Regeln in den meisten Häusern nicht eingehalten.

 


 

Mangelhafter Brandschutz in öffentlichen Gebäuden

9.5.2005, ZDF, WISO

 Erstveröffentlichung

Mit einem Brandschutzexperten haben wir zufällig ausgewählte öffentliche Gebäude in Hamburg begangen. In fast allen Häusern mussten bauliche sowie organisatorische Mängel im Brandschutz festgestellt werden. Typische Mängel:

  • irreführende “Notausgang”-Ausschilderungen, verstellte Fluchtwege oder offenstehende und verkeilte Brandschutztüren und leicht entflammbare Papierkörbe in den Fluchtwegen.
  • bauliche Mängel fanden wir ausgerechnet in Krankenhäusern. Gefährlich: Fußballgroße Löcher in den Brandschutzwänden, die ein entstehendes Feuer sich sekundenschnell ausbreiteten lassen.

Schlampigkeit und Gleichgültigkeit bei den Verantwortlichen können im Unglücksfall viele Menschen in lebensbedrohliche Gefahr bringen.

 


 

 Verkauf einer Lebensversicherung

17.01.2005, ZDF, WISO

Erstveröffentlichung

Wenn man in finanzieller Not ist, muss man seine Lebensversicherung nicht zu dem schlechten Rückkaufswert an die eigene Versicherung abgeben. Neu ist, es gibt Aufkäufer von Lebensversicherungspolicen, die mit höheren Rückkaufsummen werben, als man von der eigenen Versicherung erhalten würde.

Mir wurde eine 16 Jahre alte Lebensversicherung zur Verfügung gestellt, die einen Rückkaufswert von 17.097 Euro hatte. Aus dem Internet wählten wir 12 Käufer aus und stellten die notwendigen Anträge. Die Angebote erreichten mich innerhalb von 3 bis 9 Wochen, meist nur von Vermittlern. Ergebnis:

  • drei Agenturen meldeten sich nie wieder
  • vier sendeten uns eine Absage mit der Begründung, dass sich der Ankauf für sie wirtschaftlich nicht lohne
  • fünf Angebote enthielten falsche Zahlen
  • nur zwei Anbieter legten seriöse Zahlen vor, bei denen rund 6 % mehr gezahlt werden sollte, als von der eigenen Versicherung.

So lukrativ, wie uns das Internet glauben machen will, ist der Verkauf einer Lebensversicherung an Dritte dann doch nicht.


 

Feuerfalle Computer

5.1.2004 ZDF, WISO

Erstveröffentlichung

Haushalts- und Elektrogeräte werden seit Jahren aus feuerhemmenden Materialien hergestellt. Aber wie sieht es bei Computern und Bürogeräten aus?

Die Firma „minimax“ stellte uns ihr Forschungszentrum für Bandschutz für meinen Test zur Verfügung. Eine brennende Haushaltskerze wird für fünf Minuten an Monitore, Gehäuse, Drucker und Tastaturen angelegt.

  • nach 10 bis 30 Sekunden entwickelten die meisten Geräte eine eigene Flamme
  • wir messen Temperaturen von 400 bis 700 Grad, alles was in der Umgebung steht, würde sofort entflammt werden
  • es entstehen hochgiftige Gase, die Menschen in durchschnittlichen Büroräumen innerhalb von 3 Minuten vergiften würden, erklären die Sachverständigen.

Erschreckend, einige Tastaturen lassen sich mit einem Streichholz anzünden. In Amerika und Asien hätten diese Apparate nicht verkauft werden dürfen. Nur die Geräte der Firma Apple fingen nach 5 Minuten kein Feuer und die meisten Monitore waren feuerfest.

 


 

Verstehen die Finanzämter unsere Steuergesetze?

10.11.03, ZDF, WISO

Erstveröffentlichung

Wir verstehen die Steuern nicht mehr. Tun es die Finanzbeamten? Mit einer sehr einfachen Frage besuchte ich Finanzämter in sechs Landeshauptstädten auf: Im Sommer fahre ich mit dem Auto zur Arbeit, im Winter mit der Bahn. Welche Kilometerpauschalen darf man in seiner Steuererklärung ansetzen – die der Bahn oder des Autos?

  • Insgesamt 5 von den 6 Finanzämtern berieten falsch, mit zum Teil völlig frei erfundenen und absurden Ratschlägen.
  • Lediglich das Finanzamt in Stuttgart gab richtige Auskünfte

Selbst die Mitarbeiter in den Finanzämtern, die auch Steuerzahler beraten, haben erschreckend wenig Kenntnis über die Inhalte der Steuergesetze.

 


 

Versteckte Zinsen bei Darlehen

29.09.03, ZDF, WISO

Erstveröffentlichung

Ein Rentnerehepaar wollte in meinem Auftrag ein Darlehen für ein Wohnmobil aufnehmen. Dieses Darlehen war durch eine Lebensversicherung und die sichere Rente vollständig abgesichert. Doch diese Sicherheiten akzeptierten die meisten Banken nicht und verlangten zusätzlich eine Restschuldversicherung.

Die Preisauszeichnungsverordnung verlangt, alle Kosten die für ein Darlehens verlangt werden müssen in den Effektivzins eingerechnet werden.

  • 5 von 10 Banken lehnen die Lebensversicherung als Sicherheit ab und verlangen den Abschluss einer Restschuldversicherung. Die Banken rechnen diese notwendigen Kosten aber nicht in den Effektivzins ein, der damit bis auf 34,7 % bei einem Institut steigt.
  • Nur 3 Banken berieten korrekt, eine führte keine Beratung durch.

Ein Ergebnis war unerwartet:

  • Die Sparkasse lehnte ein Darlehen an Menschen über 55 Jahren ab, weil für diese keine Restschuldversicherung mehr abgeschlossen werden könnte.

Eine klare Altersdiskriminierung. Fazit: Die alten Regeln der Banken, Sicherheit und eine gute Bonität durch sichere Renten, spielt offensichtlich keine Rolle mehr. Die Banken wollen wohl mehr durch Zusatzversicherungen als durch ihr Kerngeschäft ihr Geld verdienen.

 


 

Kontokosten: Banken rechnen falsch

28.7.2003 ZDF, WISO

Erstveröffentlichung

Alle drei Monate werden die Kontokosten abgerechnet und direkt vom Konto abgezogen. Kein Mensch rechnet nach, ob diese Abrechnungen auch stimmen. Das prüfte ich mit 6 Studenten der Akademie für internationales Management in Mannheim. Sie eröffneten bei den 10 größten Banken neue Konten und führten sie zuvor festgelegte Transaktionen durch.

Nach knapp drei Monaten wurden die Kosten nachgerechnet.

  • obwohl alle Konten im Haben geführt wurden, berechneten zwei Banken ungerechtfertigt Zinsen für Kontoüberziehungen
  • vier Banken berechnen im Preisverzeichnis nicht ausgewiesene Kosten.
  • allerdings vergessen 7 Banken, Porto-, Buchungsposten oder Monatspauschalen ganz oder teilweise zu berechnen.

Freuen sollte es uns nicht, dass Banken sich meist zu unseren Gunsten verrechnen. Genau so können sie das nächste Mal unser Konto zu unserem Nachteil belasten. Vertrauen haben sie nur verdient, wenn sie richtig rechnen.

 


 

 

 

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